In der neurologischen Rehabilitation gibt es bei der Interpretation des Begriffes "Spastizität" sehr unterschiedliche Ansätze. Der Grund dafür ist, dass sich die Bedeutung der Spastizität durch neue wissenschaftliche Erkenntnisse verändert hat. Die klassische Beschreibung über Spastizität war sehr eingeschränkt und weniger mit der Klinik korreliert. Spasmen, Ko-Kontraktionen und assoziierte Reaktionen wurden nicht berücksichtig.
Heutzutage wird Spastizität als Teil des Oberen-Moto-Neuron-Syndroms (Upper motor neuron syndrome) mit seiner Minus-Plus Symptomatik und Adaptiven Phänomenen definiert. Spastizität wird durch Pathomechanismen auf Ebene des ZNS und auf muskulärer Ebene ausgelöst, es gibt also neuronale und nicht-neuronale Ursachen, welche die Geschwindigkeitsentstehung und die Schwere der Spastizität beeinflussen.
Die neuen Erkenntnisse ermöglichen mehr spezifische und effiziente Therapie Planungen. Dabei sollen die therapeutischen Ziele den Patienten "individuell angepasst", und in ihrem bio-psycho-sozialen Umfeld berücksichtigt werden.
Inhalt:

Studium der Biomedizin, Assistent an der Universität São Paulo
Postdoktorand an der Deutschen Akademie für Entwicklungsrehabilitation in München
Ernennung zum Professor & Leiter der Abteilung für Entwicklungsstörungen an der Universität Mackenzie
Wissenschaftlicher Leiter des ZiFF in Essen, Gastprofessor an der Universität Murcia, Spanien
Seit 2019: Wissenschaftlicher Berater und Biomediziner in der Forschungsgruppe von Dr. Feil